FAQs Psychotherapie
Häufig gestellte Fragen zum Thema Psychotherapie:
Was ist Psychotherapie?
Unter Psychotherapie versteht man die Behandlung von psychischen und psychosomatischen Leiden mithilfe von spezifischen, wissenschaftlich anerkannten Therapieverfahren und deren Methoden.
Durchgeführt wird die Psychotherapie in persönlichen Gesprächen im Einzel- oder Gruppensetting.
Welche Ziele hat eine Psychotherapie?
Eine psychotherapeutische Behandlung kann an verschiedenen Punkten ansetzen. Die konkreten Ziele der Therapie werden dabei von Ihnen selbst definiert. Eine Behandlung kann umfassen:
- Linderung von seelischem Leid
- Aufbau von hilfreichen Kompetenzen zur Bewältigung von schwierigen Situationen (Konflikte, Gefühle, Stress)
- Erarbeitung von eigenen Werten und Zielen und die Reorientierung an diesen
- Verbesserung der Lebensqualität
- Veränderung der Perspektive auf Probleme
- Veränderung von problematischen Mustern im Denken, Fühlen und Handeln
- Veränderung/Verbesserung des Umgangs mit psychischen und körperlichen Symptomen
- Reaktivierung und Stärkung von vorhandenen Ressourcen sowie das Finden neuer Ressourcen
Was ist mein Verständnis von Psychotherapie?
Ich selbst bin approbierte Verhaltenstherapeutin und arbeite daher in meiner Praxis überwiegend mit den Methoden der Verhaltenstherapie. Wenn es sinnvoll ist, integriere ich aber auch einzelne Interventionen, Methoden oder Theorien aus anderen Verfahren.
Folgende Aspekte drücken mein Verständnis von Psychotherapie aus:
Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken. (Galileo Galilei)
Für mich ist Psychotherapie Hilfe zur Selbsthilfe.
Ich sehe meine Aufgabe in der Behandlung darin, Sie mit meinen therapeutischen und persönlichen Kompetenzen dabei zu unterstützen, neue und kreative Lösungen für Ihre Probleme zu finden und diese umzusetzen. Jedoch sind Sie der Experte für sich selbst. Nur Sie sind fähig, das in der Therapie Erarbeitete umzusetzen, weshalb eine aktive Mitarbeit sehr wichtig ist.
Die Kraft, Berge zu versetzen, liegt in uns selbst. (Émile Coué)
Die Orientierung an Ihren persönlichen und sozialen Ressourcen, die Sie mit in die Therapie bringen, ist mir in meiner Arbeit sehr wichtig. In der Psychotherapie geht es für mich daher nicht nur darum, Probleme zu bearbeiten, sondern uns auch mit all dem Potential zu beschäftigen, das Sie bereits mitbringen. Häufig hilft es sehr, diese Ressourcen aus einem neuen Blickwinkel zu sehen, um sie zur Bewältigung von Problemen besser nutzen zu können.
Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun (J. W. von Goethe)
Meiner Meinung nach ist es in der Psychotherapie sehr wichtig, die eigenen Symptome und Probleme bewusst zu erleben, um Strategien zu deren Bewältigung entwickeln zu können. Die Problemaktualisierung ist für mich daher ein wichtiger Bestandteil einer jeden Behandlung. Durch geeignete Interventionen und Übungen möchte ich Sie dabei unterstützen, in der Therapie den Mut zu haben, sich aktiv mit ihren Symptomen und Beschwerden auseinanderzusetzen. Auch bei der emotionalen Bewältigung dessen werde ich Sie jederzeit unterstützen. Gemeinsam werden wir, basierend auf diesem Erlebnis, Strategien entwickeln, wie Sie Ihre Probleme in der Zukunft bewältigen können und/oder Ihre Haltung zu diesen in konstruktiver Art und Weise verändern können.
Empathisch zu sein, bedeutet, die Welt durch die Augen der anderen zu sehen und nicht unsere Welt in ihren Augen. (Carl Rogers)
Empathie, Wertschätzung und Respekt bilden für mich die Basis einer tragfähigen Beziehung zwischen Patient und Therapeut. So ist es mir wichtig, Ihnen in der Behandlung stets auf eben diese Art und Weise zu begegnen, egal mit welchen Beschwerden oder Problemen Sie zu mir kommen.
Warum das Gingkoblatt im Praxislogo?
Der Gingkobaum verkörpert für mich wesentliche Aspekte der Psychotherapie. Er gilt als lebendes Fossil und ist in vielen Kulturen ein Symbol für Hoffnung, Anpassungsfähigkeit, Widerstandskraft und Verbundenheit.
Hoffnung:
Die Hoffnung, dass eine Psychotherapie hilfreich sein kann, ist ein wichtiger Faktor für Ihr Gelingen.
Anpassungsfähigkeit:
Manchmal geschehen Dinge im Leben, die es es erforderlich machen, sich anzupassen. Eine Psychotherapie kann dabei helfen, Wege zu finden, dass und wie ein solcher Anpassungsprozess gelingen kann.
Widerstandskraft:
Widerstandskraft ist eine Fähigkeit, die es ermöglicht, schwierige Situationen zu meistern. Ziel der Psychotherapie ist, diese zu trainieren.
Verbundenheit:
In vielen Studien hat sich gezeigt, dass eine tragfähige Beziehung zwischen Therapeut und Patient ein wesentlicher Faktor für den Erfolg einer Psychotherapie darstellt.
Insbesondere das Gefühl der Verbundenheit ist in dieser Beziehung sehr wichtig.
Wachstum:
Ferner bedeutet für mich eine Psychotherapie immer ein Wachstumsprozess. Wie eine Pflanze können neue Fähigkeiten, Sichtweisen, Ressourcen und Beziehungen im Rahmen einer Therapie wachsen.
Welche Therapieverfahren sind in Deutschland wissenschaftlich anerkannt?
In Deutschland gibt es verschiedene wissenschaftlich anerkannte Therapieverfahren. Hierzu zählen:
- die Verhaltenstherapie
- die psychoanalytisch begründeten Verfahren
- die systemische Therapie
- und die Gesprächspsychotherapie.
Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie ist das Therapieverfahren, das empirisch am besten untersucht ist. Seine Wirksamkeit konnte in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien gezeigt werden.
Grundlegende Prinzipien der Verhaltenstherapie:
Die Verhaltenstherapie nimmt an, dass sowohl das Erleben als auch das Verhalten eines Menschen, egal ob unproblematisch oder problematisch, erlernt sind.
Die für die Verhaltenstherapie sehr relevante Schlussfolgerung aus dieser Grundannahme ist, dass jeder Mensch grundsätzlich die Möglichkeit hat, belastende Erlebniszustände und ungünstige Verhaltensmuster durch Umlernprozesse zu verändern. In jedem Menschen steckt also das Potential sich zu verändern. Die Annahme spiegelt das von Grund auf positive und optimistische Menschenbild der Verhaltenstherapie wieder, was sich auch in den Behandlungsmethoden niederschlägt.
Angesetzt wird am Denken, Fühlen und Handeln im Hier und Jetzt und der Fokus liegt auf den aktuellen Symptomen und deren Linderung.
Was ist Systemische Therapie?
Die Systemische Therapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren, dessen Wirksamkeit in vielen Studien gezeigt wurde. Die Systemische Therapie wird von den Krankenkassen bezahlt.
Die Systemische Therapie nimmt an, dass psychische Erkrankungen nicht im einzelnen Individuum entstehen, sondern viel mehr im System, in dem der Mensch lebt: z.B. Familie, Partnerschaft, berufliches Umfeld, Freundschaften. Betrachtet wird in der Therapie demnach nicht nur die behandelte Person, die die Symptome entwickelt hat, sondern auch das System, in dem sie Beziehungen hat. So kann es im Rahmen der Behandlung je nach Situation sinnvoll sein, auch Angehörige mit in die gemeinsamen Gespräche einzubeziehen oder von vornherein mit dem ganzen System zu arbeiten.
Das Menschenbild der Systemischen Therapie ist durch die Idee geprägt, dass jeder Mensch genug Fähigkeiten besitzt Lösungen zu finden und selbst am besten weiß, was er braucht um gesund werden zu können. Typische Methoden sind z.B. die Aufstellungsarbeit und besondere Frage-Techniken (Zirkuläre Fragen).
Wie ist der Ablauf einer Psychotherapie?
Der Ablauf einer Psychotherapie kann in verschiedene Phasen unterteilt werden. Im Folgenden ein beispielhafter Ablauf in meiner Praxis:
1. KONTAKTAUFNAHME
Über das Kontaktformular auf der Website oder per Telefon können Sie mich problemlos kontaktieren, um einen Termin für ein persönliches Gespräch in meiner Praxis zu vereinbaren.
2. ERSTGESPRÄCH
Im ersten persönlichen Gespräch klären wir gemeinsam, was Sie zu mir führt und ob ich Ihnen ein geeignetes Therapieangebot machen kann.
3. PROBATORIK
In den probatorischen Sitzungen entwickeln wir gemeinsam einen Behandlungsplan und beschäftigen uns mit diagnostischen Fragestellungen. Des Weiteren finden wir heraus, ob es uns gelingt, eine tragfähige Beziehung für die weitere Therapie aufzubauen.
4. BEHANDLUNGSPHASE
Entsprechend Ihres Bedarfs vereinbaren wir regelmäßige psychotherapeutische Einzel- und/oder Gruppensitzungen. In den Stunden haben Sie selbst die Möglichkeit Themen einzubringen, die Sie schon lange auf Ihrem Lebensweg behindern oder auch erst seit kurzem beschäftigen. Für mich bedeutet Psychotherapie Hilfe zur Selbsthilfe. Ich werde Ihnen Methoden und mentale Werkzeuge an die Hand geben, die Sie dabei unterstützen, Herausforderungen selbstständig bewältigen zu können.
5. RÜCKFALLPRÄVENTION
Wenn Sie sich sicher genug fühlen Ihren Weg alleine weiter zu gehen, beenden wir die Behandlungsphase. Zur Prävention von Rückfällen besteht die Möglichkeit, in größeren Zeitabständen Sitzungen zur Auffrischung des Erlernten zu planen.
Dürfen Psychologische Psychotherapeuten Medikamente verschreiben?
Approbierte Psychologische Psychotherapeuten dürfen in Deutschland keine Medikamente verschreiben. Dies ist Ärzten vorbehalten. Sollten Sie sich für eine pharmakologische Behandlung interessieren, wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, einen Neurologen, einen Psychiater oder einen Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Ich kann in meiner Praxis keine Medikamente verschreiben.
Was ist Gruppenpsychotherapie und welche Vorteile hat sie?
In einer Verhaltenstherapeutischen Gruppenpsychotherapie handelt es sich um eine psychotherapeutische Behandlung in einer Gruppe, die aus 3 bis maximal 9 Patienten besteht. In der Regel dauert eine Sitzung 100 min. Das Setting ermöglicht die Durchführung einer Vielzahl therapeutischer Methoden und Interventionen, die im Einzelgespräch nicht zur Verfügung stehen. In einer Therapiegruppe gilt Schweigepflicht sowie ein respektvoller, wertschätzender Umgang miteinander. Neben einer Vielzahl von Studien, die die Wirksamkeit von Gruppentherapie zeigen, sprechen auch meine bisherigen beruflichen Erfahrungen für den Einsatz dieses Therapiemodells.
Die Gruppenpsychotherapie besitzt viele Vorteile:
- Sie können Ihre Wartezeit auf einen Therapieplatz verkürzen
- Sie haben vielfältige Lernmöglichkeiten durch Erfahrungsaustausch mit Gruppenteilnehmern
- Sie bekommen viele neue Blickwinkel auf Ihre Probleme durch die Perspektiven der anderen Gruppenteilnehmer
- Sie machen die Erfahrung nicht alleine mit Ihrer Erkrankung zu sein
- Sie können anderen mit Ihrer Sichtweise helfen
- Sie bekommen differenzierte Anregungen wie Sie Ihre Probleme am Besten angehen
- Sie profitieren vom Einsatz spezifischer Behandlungstechniken, die im Einzelgespräch nicht möglich wären
- Sie können die Gruppe als geschütztes Übungsfeld nutzen, z.B. bei Ängsten
Ich arbeite in meiner Praxis ausschließlich mit geschlossenen Gruppen, d.h. nachdem sich eine Gruppe formiert hat, bleibt die Zusammensetzung unverändert. Die meisten Gruppen bestehen aus Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen und Lebenskontexten. Meiner Erfahrung nach ist die Heterogenität ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit einer Gruppentherapie.
Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie mich gerne. Dies gilt auch bei Ängsten und Sorgen bezüglich Gruppentherapie. Diese können wir gerne im Rahmen eines Telefonats oder im Erstgespräch thematisieren.
Was ist Hypnose?
Bei der Hypnose handelt es sich um ein Verfahren, bei dem in direktiver Art und Weise ein anderer Bewusstseinszustand, eine sog. Trance, hergestellt und für therapeutische Zwecke genutzt wird. Eine Hypnose besteht in der Regel aus drei Teilen:
- Die Trance-Induktion: Durch geeignete Methoden wie z.B. bestimmte Atemtechniken wird eine Trance induziert.
- Durchführungsphase: Die Trance wird therapeutisch benutzt um z.B. Ressourcen, die im normalen Bewusstseinszustand nicht zugänglich sind, zu aktivieren.
- Rückholphase: Durch geeignete Methoden wird der Patient aus der Trance geholt und wieder im Hier und Jetzt verankert.
Die Anwendungsbereiche der Hypnose sind vielfältig:
Zum Beispiel kann eine Hypnose hilfreich bei der Diagnostik, der Stressbewältigung, der Entspannung, der Lösung von Problemen, der Suche nach Ursachen für psychische Leiden sowie bei Heilungsprozessen sein.
Bitte beachten:
Abzugrenzen ist die Hypnose von der Hypnotherapie. Die Hypnotherapie ist ein wesentlich breiterer Begriff und bezeichnet die Anwendung verschiedenster Übungen, die mit tranceartigen Zuständen im weiteren Sinne verbunden sind
Was ist PMR nach Jacobson?
Die progressive Muskelrelaxation (PMR) wurde von Edmund Jacobson Anfang des 20. Jahrhunderts als Entspannungsverfahren entwickelt. Seitdem wurde das Verfahren mehrmals überarbeitet und gehört heute zu den bekanntesten Entspannungsverfahren in der Psychotherapie. Durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung verschiedener Muskelgruppen wird eine vertiefte Entspannung des ganzen Körpers erreicht. Die Anzahl der Muskelgruppen, die Position bei der Durchführung sowie die Länge der Übungen können individuell angepasst und variiert werden.
Ich selbst praktiziere die PMR regelmäßig und kann ihre gute Wirksamkeit aus eigener Erfahrung bestätigen.
Was und wofür sind Gutachten für Adipositas-chirurgische Eingriffe?
Wenn Patientinnen und Patienten sich für eine bariatrische Operation (z.B. Magenverkleinerung oder Magenbypass) entscheiden, müssen Sie vor dem Eingriff in der Regel ein psychologisches Gutachten einholen. Im Rahmen der Begutachtung soll geklärt werden, ob es Kontraindikationen für die Operation gibt, also ob es aus psychologischer Sicht Gründe gibt, die gegen die Maßnahme sprechen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich Menschen in akuten psychischen Krisen befinden oder schwerwiegende psychische Erkrankungen haben. In solchen Fällen kann die Operation zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen und sollte daher nicht vorgenommen werden. Ein weiteres Ziel des Gutachtengesprächs ist es zu klären, ob die Entscheidung für den Eingriff gut überlegt und verantwortungsvoll getroffen wurde und sich die betroffene Person über die Konsequenzen des Eingriffs bewusst ist, die teilweise irreversibel sind.
Im Rahmen des Gesprächs werden u.a. die Motivation zur Operation, das Essverhalten, bisherige Abnehmversuche und aktuelle psychische Belastungen besprochen.
Das Gutachten versteht sich nicht als Prüfung. Vielmehr handelt es sich um ein unterstützendes Gespräch, dass Ihnen helfen soll den anstehenden Schritt gut informiert, überlegt und gestärkt zu gehen. Im Anschluss an das Gespräch wird eine schriftliche Stellungnahme für die behandelnden Ärzte oder Krankenkassen erstellt.
Wenn Sie sich für ein Gutachten interessieren, rufen Sie uns gerne an und vereinbaren einen Termin.